Curiosity

Tarifchaos mit Verkehrsverbünden und der DB

Sonntag, 11. Juli 2010 von schudan

Heute hab ich mich mal wieder sehr verwundert über das Preissystem der DB.

Ich musste recht früh nach Frankfurt in die City fahren, habe deshalb den Regionalbummelzug genommen der an jeder Milchkanne hält.

Kosten für die Direktfahrt einfach : 10 EUR, (RMV Tarif Aschafenburg-Frankfurt). Entweder ca 75 Minuten Fahrtzeit oder Umsteigen in Hanau, dann nur 1 Stunde Fahrtzeit.

Durch geschicktes Tricksen konnte ich den Fahrkartenwert auf 6,80 EUR drücken. ich habe eine Fahrkarte von Wiesthal bis Frankfurt gelöst (ca. 30 km weitere Strecke), denn dies ist der erste Bahnhof außerhalb des Verkehrsverbundes, somit galt die Bahncard.

Zurück auf genau der gleichen Strecke bin ich dann ICE gefahren, Fahrzeit 25 Minuten, keine Zwischenhalte, Kosten: 7 EUR mit Bahncard.

Wer kann mir das mal nüchtern erklären?

Bahntastic v2.0

Montag, 17. Mai 2010 von schudan

Es war mal wieder Zeit, ein paar Bahnpunkte einzulösen.

Und da mein Kurzurlaub übers lange Wochenende aus Wettergründen ins Wasser gefallen ist, war der Brückentag der optimale Tag für eine Deutschlandreise. Wie erwartet blieb des sonstige Freitags/Werktagsansturm in den Zügen aus. Und weil ein Wochentag war, gab es auch mehr Verbindungen als am Wochenende.

Gerade noch rechtzeitig erreichte mich am Mittwoch meine Tageskarte erster Klasse, die ich dann gleich zwei Tage später einlöste.

Die Reiseroute führte über Köln, Karlsruhe,Nürnberg,München wieder zurück nach Hause.

Zuerst gönnte ich mir eine IC-Fahrt nach Köln über die linke Rheinstrecke.

Dadurch konnte ich nach der Rheinsteigwanderung diesesmal die andere Uferseite des Rheins beobachten.

In Köln  habe ich mal wieder den Dom besucht und in der Lounge auf den ICE International gewartet.

Dieser fährt von Amsterdam Centraal direkt ohne umsteigen durch bis Basel Badischer Bahnhof. Ich nahm Platz in der ICE-Lounge der ersten Klasse an der Spitze des Zuges, direkt hinter dem Triebfahrzeugführer. Dieser hatte einige Probleme beim Konfigurieren der IT, da der Zug den in Köln hinzugekuppelten zweiten Zugteil nicht erkannt hatte. Irgendwann hat es dann geklappt und es ging gewohnt flott über die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein-Main mit 300km/h. Der Zug war sehr voll, in der ersten Klasse gab es nur noch vereinzelt freie Sitzplätze.

In Karslruhe bin ich dann in meinen Anschlusszug, einen IC über Pforzheim, Stuttgart, Aalen und Crailsheim nach Nürnberg. Kurz vor Nürnberg sind dann noch drei Amis in mein Abteil gekommen, die dick bepackt mit Käthe Wohlfahrt-Tüten durch die Gegend gefahren sind.

In Nürnberg hatte ich ein ICE2 als Anschlusszug nach München herausgesucht, allerdings hatte ich viel Glück, da der ICE3 aus Düsseldorf-Frankfurt-Würzburg Verspätung hatte. Diesen habe ich gerade noch erreicht und bin dann wieder in der am Kopf des Zuges sich befindenden ICE-Lounge erster Klasse bis München gefahren.

Am Hauptbahnhof München sind überall Leute mit orangen Kirchtagsschaals herumgelaufen.Dort habe ich mich auch dann mit Essen eingedeckt und nach  einer Stunde Aufenthalt in der Lounge ginge es dann zurück mit einem ICE1 Über Ulm, den Alb-Aufstieg runter und weiter nach Stuttgart-Mannheim und Frankfurt.

Wie bei der ersten Bahntastic-Fahrt auch habe ich für die Rückfahrt abends einen Zug mit Bord-Restaurant herausgesucht.

Dieses mal gab es von Sarah Wiener Schweineroulade mit Bärlauchfüllung, Spätzle und Karotten-Honig-Gemüse.

Den Abschluss der Reise war dann die Rückfahrt von Frankfurt mit einem IC. Kurz vor Ende der Reise habe ich leider noch 20 Verspätungsminuten wegen einer Baustelle bekommen, aber alles in allem war es wieder ein Super Tag mit vielen schönen Bahnstrecken und allen erreichten Anschlusszügen bei meiner geplanten Strecke.

Insgesammt habe ich in ca 16 Stunden 1440km zurückgelegt, das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 90km/h.

Bahncard zu verschenken

Mittwoch, 27. Januar 2010 von schudan

Ich verschenke eine Schnupper-Bahncard25. Wer Interesse hat, soll sich bei mir per Mail melden.

Hier die Bedingungen:

  • Gültig für eine Hin-und Rückfahrt im Februar 2010
  • Muss am Schalter abgestempelt werden, Fahrkarte muss am Schalter gekauft werden
  • Eine Fernzugstrecke muss Teil der Fahrt sein, also mit IC, EC oder ICE
  • Wer zuerst mailt fährt zuerst.

Filmriss

Freitag, 08. Januar 2010 von schudan

Schon etwas älter aber immer wieder ein Schmunzeln wert:

Stell dir mal vor, du wachst morgens auf einem Bahnsteig auf auf einem Sofa, das du kennst, geweckt durch einen Polizisten.

Bei Recherchen findet man heraus, dass du samt Bett schlafend mit dem Nahverkehrszug gefahren bist. Nachdem der Zugbegleiter dich bemerkt hat, hat er dich auf dem nächsten Bahnhof ausgesetzt.

Sowas gibt’s in echt nicht? Nein gibt es doch: Der Spiegel weiß mehr.

Bäckernavigation

Sonntag, 03. Januar 2010 von schudan

Heute bin ich auf eine kuriose Art der Navigation gestoßen. In der Nautik gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Position herauszufinden: Mehrfachpeilungen mit Kompass, Bestimmung per Sextant oder Bestimmung mit Hilfe der Sterne. Und eben als Schmankerl die Navigation per Bäckertüte.

Dazu fährt man planlos durch die Gegend, macht in irgendeinem Hafen fest (im Hafeneinfahrten gibt es normalerweise kein Ortseingangsschild) und schaut am nächsten Morgen nach dem Einkauf beim Bäcker auf der Tüte, in welchem Ort man sich befindet.

Quelle.

Preisverdächtig

Mittwoch, 30. Dezember 2009 von schudan

Bahnfahren ist immer wieder eine Bereicherung. Heute im durch Weihnachtsverkehr überfüllten Intercity fuhr in meinem Wagen, sagen wir mal, eine nicht gerade einfühlsame Person mit.

Irgendwann mal sind zwei sehbehinderte Personen mit Blindenstöcke durch den Wagen unterwegs auf der Suche nach einem Sitzplatz. Am Ende des Wagens gibt es spezielle, gekennzeichnete Plätze für körperlich beeinträchtigte Menschen. Als die beiden am Ende des Wagens angekommen sind, fragtem sie einen dort stehenden Mann, wo denn die Behindertenplätze sind. Er antwortete sinngemäß: EInfach weiterlaufen und dann ist es ausgeschrieben. Kurz darauf merkte er, dass die direkt neben ihm waren dann sagte er noch schnell: Stop hier sind die Plätze, hier. und deutete mit seinem Arm in Richtung der Plätze. Was die Fragenden leider nicht sehen konnten.

Wenn ich einen Pokal dabei gehabt hätte, ich hätte ihn wohl an diesen Mann verliehen für eine sehr hilfsbedürftige und weiterhelfende Tat :-D

Verrückte Bahnwelt

Dienstag, 24. November 2009 von schudan

Heute nachmittag war irgendwas komisch, man hätte es ahnen können.

Ein ICE war kurz vor der Regionalbahn in den Bahnhof Lohr eingefahren und hatte ein rotes Ausfahrsignal. Meine Regionalbahn kam pünktlich und fuhr auch pünktlich ab. Der ICE hat uns also durchgelassen. Ich dachte mir nichts weiter. Dann irgendwann mitten auf der Strecke der Hinweis, dass dieser Zuge nur bis zum nächsten Bahnhof fährt und dort Busse (Mehrzahl) kommen würden. Kurz vor Aschaffenburg wurde wohl ein Lokführer durch einen Personenunfall berufsunfähig.

Leider war das Krisenmanagement der Bahn recht dürftig. Wir stiegen aus und sollten auf dem Bahnhofsvorplatz warten. Dort waren auch Leute aus dem vorhergehenden Zug. D ie Busse ließen sich Zeit und so kam der Regionalexpress (25 Minuten hinter unserem Zug) auch noch angefahren. Dann riefen irgendwann mal zwei Polizisten die Leute zusammen und meinten, sie wären von der Polizei und sind wie wir zufällig auch von der Sache betroffen. Einer der Beiden hat uns gebeten, uns so aufzustellen dasses kein Chaos geben würde und die, die am längsten warteten in der ersten Busfahrt mitfahren könnten. Denn für die drei Züge kam nur ein Bus, der mehrmals fahren würde/musste.

Ohne diese netten Ordnungshüter wäre es wohl deutlich unentspannter gelaufen. Der sich vor Ort befindende Stellwärter/Bahnangestellte wäre von sich aus nie auf die Idee gekommen, sowas zu erzählen. Komisch, da gibt es zentrale Prozessanweisungen, was bei einem terroristischen Anschlag (interne Bezeichung: “Vorsorgliche Evakuierung mit Securitybezug”, / Download der geprüften Kopie bei Wikileaks) zu tun ist, aber für solche leider alltäglichen Unfälle wohl nichts,…

Die ICEs wurden letzlich über Fulda umgeleitet und ich bin dann 80 Minuten später als normal dann zuhause angekommen, da ich noch mit der ersten Fuhre im Bus mitfahren konnte.

Mauerfall-Spezial

Montag, 09. November 2009 von schudan

Beim Mobilitätsdienstleister meiner Wahl gibt es heute abend Spezialangebote, passend zum 20. Jahrestag der Maueröffnung für 20 EUR einfacher Fahrt. Pünktlich, mindestens zehn Minuten vor Start war die Bahnwebseite wegen zuvieler paralleler Aufrufe nicht mehr zu erreichen, auf der Seite waren wohl ungefähr genau gleich zuviele Menschen wie vor zwanzig Jahren auf der Mauer. Da ich auf Nummer sicher gehen wollte, bin ich kurz in die Stadt zum Bahnhof gefahren, der heute extra bis 22 Uhr geöffnet hat. Dort standen ca 20-30 Leute vor mir in der Schlange, es ging aber erstaunlich schnell voran, sodass ich nach etwa einer halben Stunde meine Tickets bekommen habe. In den nächsten Wochen werde ich jetzt zwei der drei größten Städte Deutschlands bereisen…

Mobility 2.0 - das Ende des privaten Kraftfahrzeugs?

Freitag, 16. Oktober 2009 von schudan

Beim Autofahren setz ich ab sofort alles auf eine Karte:

Autoschlüssel

Autoschlüssel

Und mit meinem Polo werde ich Mitte nächster Woche die letzte Reise antreten,…

Gerüchte verbreiten ist Landesverrat

Samstag, 12. September 2009 von schudan

Dieses Emailschild hängt in einem Bunkerkeller unter der Altstadt von Nürnberg, ich habe wie schon in Berlin auch hier eine Unterirdische Stadtführung gemacht, sehr interessant gewesen. hier die Fakten:

  • Bis 2. Januar 1945 war Nürnberg die am Besten erhaltenste  MIttelalterstadt der Großstädte Europas, nach dem 2. Januar gabs im historischen Stadtkern nur noch 9% unbeschädigte Häuser.
  • Auch noch heute ist Frankens Hauptstadt eine der ganz wenigen Großstädte mit (fast?) kompletter Stadtmauer
  • Die Nürnberger Altstadt ist in sehr vielen Teilen unterkellert, teilweise sind die Kellerstollen 4-stöckig, dort wurde früher Bier gelagert und gegärt. Gekühlt wurde mit Eis, welches im Winter aus der Pegnitz herausgesägt wurde und das komplette Jahr über hielt.
  • In den Gefängnissen früher hatte man ein Anrecht auf 3 Maß Bier…  pro Tag
  • Bis zum Jahr 1876 war Bierbrauen ein Glücksspiel, denn erst dort hat Louis Pasteur die chemischen Hintergründe und den Unterschied zwischen ober- und untergärigem Verfahren beim Bierbrauen erforscht.

Und nun noch was zu der braunen Vergangenheit der Stadt

  • Komisch dass zwischen den Straßenbahnhaltestellen “Dokuzentrum (Reichsparteitaggelände)” und “Platz der Opfer des Faschismus” sich die Haltestelle “MEISTERsingerhalle” befindet. Ja,  ich achte auf die kleinen Dinge :-) .
  • Die geplante Kongresshalle lässt einen staunen. Heute ist sie halbfertig und trotzdem noch ein Riesenkoloss, nicht auszudenken wenn sie fertig doppelt so hoch wäre mit einem Freitragenden Dach 70m über dem Boden und einem Fassungsvermögen von 50000 Leuten. Heute ist übrigens ein Parkplatz darin untergebracht.

Abschließend  nun noch ein paar Dinge zur Bahnfahrt:

  • Blöderweise hatte ich auf der Hälfte der Hinfahrt nur einen Fensterplatz ohne Fenster *grml* immerhin kannte ich einen Großteil der Strecke vom alltäglichen Pendeln
  • Im Nürnberger Bahnhofsgebäude waren mehr Polizisten als Fußballfans. Auf den Bahngleisen ging es zwischen den Clubbern und den Gladbachanhängern teilweise ganz schön ab, aber da waren fast keine Sicherheitskräfte.
  • Beste Durchsage des Jahres, auf der Rückfahrt mitten im fränkischen Nirgendwo: “Meine Damen und Herren, dies ist ein Nichtraucherzug, wenn Sie das Rauchverbot nicht beachten, müssen wir Sie sofort von der Fahrt ausschließen”
  • Deutschlands langsamste Fahrstrecke für den Fernverkehr (Schwarzkopftunnel mit nur 70 km/h) befindet sich nur ca 30 Kilometer von einer von Deutschlands am schnellsten zu durchfahrenden Schnellfahrweichen (Nantenbacher Kurve, sagenhafte 200 km/h auch auf dem abzweigenden Gleis), welche unglaubliche 154 m lang sind.
 

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